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Die Methodik für das Trainieren für Sparring vom Sifu Wong ist systematisch wie auch effektiv. In vielen Kung Fu Schulen heute fehlt diese Methodik und sie können deshalb ihr Kung Fu Techniken im Sparring nicht anwenden. Jene, die eine effektive Methode fleissig trainieren haben keine Mühe, ihr Kung Fu Techniken im Sparring anzuwenden. Leider sind solche Leute heutzutage schwer zu finden.

Die Methode

  1. Passende Kung Fu Techniken und Sets lernen und üben. (Viele Kung Fu Schüler kommen nie weiter als diesen Level).
  2. Die Kampfanwendung jeder Technik verstehen und üben.
  3. Spezifische Techniken für besondere Kampfsituation anwenden.
  4. Diese einzelnen Kampfsequenzen zusammenführen, um längere fliessende Kampfsequenzen zu kreieren.
  5. Variationen diese Kampfsequenzen üben.
  6. Vorbestimmte Sparring Sets üben (längere Versionen der Kampfsequenzen     
  7. Free Sparring (Freikampf).

Anfänger in unserer Shaolin Wahnam Schule werden eine Serie von Kampfsequenzen beigebracht, die die 4 Angriffs- und Verteidigungskategorien abdecken (Handtechniken, Fusstechniken, Würfe und Chin-Na). Wir haben 16 Grundsequenzen – jede hat ca. 3-10 Patterns (Techniken). Eine Kampfsequenz alleine geübt sieht aus wie ein kleines Stück eines klassischen Sets. 4 oder mehr zusammenhängende Kampfsequenzen sehen ein klassisches Set ähnlich.

Es sind wichtige Teilschritte für das Üben dieser Kampfsequenzen:

  1. Vorwahl: Initiator und Partner wissen welche Sequenz sie üben werden.
  2. Selbstwahl: Initiator wählt eine Sequenz ohne seinen Partner darüber zu informieren.
  3. Überraschungskonter: Der Partner hat die Möglichkeit mit einem Konter, der nicht zur Sequenz gehört zu reagieren.
  4. Weiterführung: Initiator oder sein Partner darf das Ende einer Sequenz direkt mit einer anderen Sequenz verbinden ohne den Fluss zu unterbrechen.
  5. Externe Änderung: erlaubt beide Partner in eine andere Sequenz zu wechseln und dies zu einem logischen Zeitpunkt in der ursprünglichen Sequenz.
  6. Interne Änderung: erlaubt beide Partner Änderung in der Sequenz zu machen (fast wie Improvisieren auf Basis der vorgeschriebenen Sequenz).

b_150_100_16777215_00_images_sifucompilation_KungFu_bailmoonfromsea.jpgDer Hauptgrund, weshalb heutige Schüler ihr Kung Fu nicht anwenden können ist, dass die passenden Methoden den Freikampf zu? trainieren fehlen. Es ist einfach zu sehen wieso ein direkter Sprung vom ersten Schritt (Formen) zum letzten Schritt (Freikampf) fehlschlagen wird. Dieser direkter Sprung zum Freikampf wird garantiert dazu führen, dass die hoch entwickelte Kung Fu Techniken nutzlos erscheinen.

Ich erinnere mich, wenn ich mit dem Kämpfen im Karate angefangen habe. Als Grüngurt wurde ich gegen Schwarzgurte gesetzt. So bald mein Sensei „Hajimei“ (Start) sagte dachte ich mir „Und jetzt?“ Selbstverständlich konnte der Schwarzgurt an diesem Tag mit mir machen, was er wollte. Ich kann mich gut erinnern wie ich später als Schwarzgurt gegen Grüngurte kämpfen konnte. Ich habe in ihre Gesichte geschaut und gedacht „sie haben keine Ahnung, was zu machen.“ (Natürlich war es viel mehr lustig auf der anderen Seite zu sein.) Ich habe mit der Zeit doch Sparring gelernt. Mein Fortschritt war aber langsam und ungerichtet.

Kung Fu ist nicht Magie. Es ist wissenschaftlich. Man kann nicht erwarten, dass diese hoch entwickelten Techniken für einen magisch funktionieren, weil man sie während 30 Jahren alleine auf einem Berg geübt hat. Wenn Schüler die vorgeschriebene Methodik folgen und genügen üben, werden sie Free Sparring (Freikampf) als natürliche Progression empfinden. Sie werden ihre Kung Fu Techniken spontan anwenden können – nicht weil Kung Fu Magie ist, sondern weil sie gemäss einer systematischen Methode geübt haben.

Ergebnisse

Die Ergebnisse sind bemerkenswert. Zum Beispiel – während dem Üben von Schritt 5 mit einem meiner Junioren (der Kung Fu während weniger als 2 Jahren geübt hat) haben wir bemerkt, dass wir natürlich weiter und weiter weg von den vorgeschrieben Sequenzen improvisierten. Am Schluss waren wir in der Nähe von (aber nicht ganz) freiem Sparring. Jeder, der uns anschauen konnte hätte keine Mühe, unsere Bewegungen aus den traditionellen Formen, die wir üben zu erkennen. Was wir machen sieht auch aus wie „Kung Fu Kämpfen“. Kein Herumspringen, kein Boxing, Keine Schutzausrüstung, kein Karate, Kein Taekwondo irgendwo in dem, was wir machen. Es ist alles traditionelles Kung Fu.

Ich kann jede Technik, die ich in Sparring verwende bei seinem traditionellen Namen nennen. Zum Beispiel – ein Junior hat mal versucht mich mit einer unerwarteten Technik (Überraschungskonter) zu erwischen aber ich habe spontan sein Konter mit einer anderen Überraschung gekontert. Er war in der Tat überrascht und schaute mich so an als hätte ich eine neue Wahnsinn-Technik erfunden. Ich hatte es nicht. Ich bin nicht so Clever. Ich habe gesagt, dass ich ein Pattern verwendet habe, den er schon kennt „Sharp Knife Trims Bamboo“. Alles was ich machte war der Stand von „Bow-Arrow“ zu „Unicorn“ zu variieren. Ich stand immer noch in einem richtigen Stand (Stance) und der Pattern war immer noch derselbe.

b_150_100_16777215_00_images_sifucompilation_KungFu_lhsd-hbhb2.jpgFertigkeiten
Es hat auch andere Gründe, wieso immer weniger Leute die hoch entwickelte Kung Fu? Patterns in Sparring oder Kampf einsetzen können. Das Offensichtlichste ist, dass sie die Anwendung nicht oder nur oberflächlich kennen. Einige Lehrer ermutigen sogar die Schüler, die Anwendung selber heraus zu finden – wie eine Puzzle zu lösen. I kann aus wiederholter Erfahrung sagen, dass jene Anwendung, die Sie selber herausfinden bestenfalls lediglich eine von mehreren Anwendungen ist – und vermutlich die einfachste.

Und wenn Sie die komplizierte Anwendung mal sehen kann es auch sein, dass Sie ist trotzdem „nicht kapieren“. Ich habe eine Anwendung gesehen, verstanden und sie mit einem Partner für mehr als ein Jahr geübt. Später fühlte ich dasselbe Pattern von Sifu Wong angewendet im Sparring. Was er machte sah für die Anderen vielleicht gleich aus, aber für mich war er VOLLSTÄNDIG anders. Es hätte genau so gut eine andere Technik sein können. Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich habe die physische Form der Technik nicht falsch geübt. Mir fehlten einfach die anderen Fertigkeiten, die die Form so effektiv machen.

Die Anwendung diese Techniken hängt sehr viel von diesen Fertigkeiten ab. Leider sind diese Fertigkeiten nicht einfach zu sehen. Viele dieser Fertigkeiten, auch wenn von einem Meister direkt gezeigt/erspürt, benötigen viele Jahren zu perfektionieren. Taijiquan Handstossen (Tui Shou) ist ein gutes Beispiel; es sieht einfach aus – und ist auch einfach. Aber die Fertigkeiten, trotz der Einfachheit, sind unsichtbar und benötigen Jahren zu meistern.

Kraft

Dies führt uns zu einem anderen Grund, wieso viele ihr Techniken nicht anwenden können: fehlende Kraft. Kraft kann verschieden erklärt und angewendet werden. Innere Kraft ist nicht mal notwendig. Eine Tigerkralle wird als Beispiel genügen.

Nehmen wir an, Sie kennen einen Pattern „Fierce Tiger Descends Mountain“. Sie haben die Anwendung und die notwendigen Fertigkeiten vom weltbesten Meister – Mr. Miyagi – gelernt. Sagen wir Sie üben diese Technik Tausend Mal. Mr. Miyagi ist jeden Tag dabei und korrigiert die Fehler. Ein Jahr später sind Sie in der Lage, diese Technik in Sparring 80% der Zeit anzuwenden.

Auch wenn Sie die Prozentzahl auf 99.9% erhöhen fehlt einem wichtigen Bestandteil. Wenn Sie die Kraft für die Tigerkralle nicht trainiert haben ist die Technik nutzlos. Warum? Weil diese Kraft notwendig ist, um der Pattern effektiv zu machen. Auch wenn die Technik korrekt angewendet wird werden Sie den Gegner höchstens kitzeln. Darum war Kraft-Training (nicht unbedingt mit Gewichte) immer ein unentbehrlicher Bestandteil des traditionellen Kung Fu.

Ich habe Fu Jow Pai Kung Fu (Black Tiger) während ungefähr 6 Monaten studiert. Ich sah mal wie der Meister sein linker Kleinfinger durch ein dicker Kartonschachtel durchstach. Er machte es locker, fast spassig, und hinterliess ein perfektes Loch durch mehrere Karton-Lagen für uns alle zu sehen. Der Mann trainierte Kraft jeden Tag. Es war nicht genau das Gleiche als innere Kraft aber glauben Sie mir: Sie wollen nicht das dieser Herr Sie irgendwo mit seinen Finger greift.

Kung Fu fürs Kämpfen?

Viele heute, einschliesslich einige Meister, glauben nicht, dass Kung Fu für Sparring und Kämpfen eingesetzt werden kann. Einige beteuern, dass die klassische Körperhaltungen nur für Trainingszwecke sind. Andere argumentieren, dass Stances (die Stände) im Kampf nicht funktionieren. Noch andere sagen, dass moderne Methoden wie Kickboxing und Ringen mehr effektiv sind.

Wenn sie Sparring systematisch in einer guten Schule trainieren werden sie lernen – durch persönlicher Erfahrung – die Ungenauigkeit dieser Behauptungen. Wenn die elegante und hoch entwickelte Kung Fu Patterns lebendig werden, werden auch Sie begreifen welch unglaubliche Erbe von den Meistern weiter gegeben wurde. Wenn Sie korrekt und regelmässig üben werden Sie sehen, dass Kung Fu – inklusiv richtige Stances und elegante klassische Patterns – sicherlich für Sparring und Kampf verwendet werden kann.